Wie würde das Leben ohne Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen oder Züge aussehen? Straßen voller Autos, verschmutzte Luft, Menschen, die ohne Möglichkeiten gestrandet sind. Das ist die Idee hinter dem Aufruf der UITP  „Stellen Sie sich Ihre Stadt oder Region ohne öffentlichen Personennahverkehr vor“ der von mehr als 70 CEOs unterzeichnet wurde und das ist auch die Botschaft, die unsere Mitglieder in ganz Europa während der Europäischen Mobilitätswoche 2025 zum Leben erweckt haben.

Das diesjährige Thema, Mobilität für alle, trifft den Nagel auf den Kopf. Für Millionen von Menschen bedeutet der Mangel an erschwinglichen und zugänglichen Transportmitteln, vom Arbeitsmarkt, der Bildung, der Gesundheitsversorgung und dem sozialen Leben abgeschnitten zu sein. Und wenn der öffentliche Personennahverkehr nicht ausreichend finanziert oder vernachlässigt wird, spüren das alle.

In ganz Europa haben die Mitglieder der UITP die diesjährige Europäische Mobilitätswoche nicht übersehen:

Deutschland
Stuttgart | SSB – Stuttgarter Strassenbahnen AG

Am 20. September wurde der Schlossplatz zu einem interaktiven Schaufenster für den lokalen und regionalen Verkehr. Zu den Highlights gehörten:

  • SSB-Quiz: Testen Sie Ihr Wissen über das Verkehrsnetz von Stuttgart auf spielerische Weise.
  • Zugsimulator und Mitfahr-Auto-Parcours: Selbst die jüngsten Besucher konnten ihren eigenen SSB-Führerschein erwerben.
  • Fotostand: Im Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs Stuttgart.
Rumänien
Bukarest | TPBI – Interkommunale Entwicklungsvereinigung für den öffentlichen Personennahverkehr Bukarest-Ilfov

TPBI präsentierte ein umfangreiches Programm, das Inklusivität, Barrierefreiheit und die Rolle des öffentlichen Personennahverkehrs bei der nachhaltigen Mobilität hervorhob:

  • Bukarester Mobilitätsgipfel: Eine Konferenz, die NGOs, medizinische Experten und Vertreter von gefährdeten Gruppen zusammenbringt, um über Barrierefreiheit und soziale Inklusion im öffentlichen Personennahverkehr zu diskutieren.
  • Caravan Mobilität – #AcityTourForEveryone: Ein geschmückter Stadtbus, der zentrale Plätze und Parks tourt, Werbematerialien verteilt und durch Musik und Sensibilisierungsbotschaften mit den Bürgern interagiert.
  • Mobilität beginnt bei uns: Bildungs-Workshops für Kinder im Cișmigiu-Park, die sich auf Radfahren, zu Fuß gehen, sichere Straßenbenutzung und Respekt im öffentlichen Personennahverkehr konzentrieren.
  • Offen für alle – Offene Tage in den Depots: Führungen durch die Depots in Bujoreni und Militari, die die Entwicklung von klassischen Straßenbahnen und Trolleybussen zu modernen E-Bussen zeigen.
  • Mobilität für alle geht unter die Erde: Ein exklusiver Tag der offenen Tür in der Zentralsteuerung von Metrorex, der der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen des U-Bahn-Betriebs bietet.
  • Mobilitätslinien: Besondere Straßenbahn-, Trolleybus- und Buslinien verbinden kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten in ganz Bukarest-Ilfov und werden durch Pilotprojekte für den städtischen Zugverkehr ergänzt.
  • Nächste Station: Alle: Öffentliche Besichtigungen am Gara de Nord, einschließlich des Präsidentenzugs, des CFR-Museums und Probefahrten auf zukünftigen städtischen Bahnstrecken.
Belgien
Brüssel | De Lijn

Während der Europäischen Mobilitätswoche ermöglichte De Lijn Familien und Gruppen mit seinem Familienticket ein besonderes Erlebnis.

Für nur 12 € konnten bis zu fünf Personen 24 Stunden lang unbegrenzt mit allen Bussen und Straßenbahnen von De Lijn fahren. Es gab keine Alters- oder Familienbeschränkungen, was es zu einer perfekten Möglichkeit machte, die Stadt und die Umgebung gemeinsam zu erkunden.

Diese besondere Aktion ermutigte die Bürger, die Leichtigkeit, Erschwinglichkeit und den Spaß an nachhaltiger Mobilität im öffentlichen Personennahverkehr zu erleben, sei es für einen Familienausflug, einen Tag mit Freunden oder einfach um ihre Stadt auf eine neue Art und Weise zu entdecken.

Italien
Cagliari | CTM – Consorzio Trasporti e Mobilità

In Cagliari bot die Europäische Mobilitätswoche ein reichhaltiges Programm mit Veranstaltungen, die nachhaltige urbane Mobilität hervorhoben:

  • Konferenz „Nachhaltige Mobilitätsmodelle für sich entwickelnde Städte“: Experten und Interessengruppen erkundeten zukünftige Beförderungslösungen.
  • Runde Tisch-Diskussion über lokale Mobilität: Mit dem Präsidenten der Region und den Bürgermeistern des Großraums.
  • Viaggianti – Tanztheater-Performance: Künstlerische Auseinandersetzung mit Reise und Mobilität an einem CTM-Bushäuschen.
Bergamo | ATB Mobilität

ATB Mobilität förderte inklusive, aktive und nachhaltige Mobilität:

  • Fuoriscuola – Schule trifft Stadt: Grundschüler reisten kostenlos mit Bussen, Straßenbahnen und Standseilbahnen, während sie mehr über den öffentlichen Personennahverkehr lernten.
  • Piedibus: Sicherer zu Fuß gehender Schulbus für Kinder, der Autonomie, Gesundheit und sicherere Straßen fördert.
  • BRT Bergamo-Dalmine-Verdellino: Pressekonferenz zur Vorstellung intelligenter Systeme, die den neuen Bus Rapid Transit unterstützen.
  • T2 Straßenbahnaktualisierung: Fortschritte bei der neuen Linie Bergamo–Villa d’Almè, einschließlich Haltestellen, Depots und Radwegen.
Venedig | AVM – Azienda Veneziana della Mobilità; ACTV – Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano

Die Stadt Marcon (Venedig) erkundete die Zukunft der nachhaltigen, multimodalen Mobilität. Die Veranstaltung hob die Integration von Fahrrädern, öffentlichem Personennahverkehr und städtischer Innovation hervor und betonte den Übergang von autozentrischen Systemen zu geteilten, zugänglichen und umweltfreundlichen Lösungen.

  • Aktive Mobilität: Radwege, Programme für die Beförderung zur Arbeit/Schule mit dem Fahrrad und Mikroinfrastruktur, die in den öffentlichen Personennahverkehr integriert ist.
  • Wasserstoffbetriebene Beförderung: ACTV stellte seine ersten Brennstoffzellenbusse vor, die Teil des Pilotprojekts Hydrogen Valley Venice sind und ab 2026 grünen Wasserstoff für die Flotte produzieren.
Turin | Busunternehmen

Das Busunternehmen & Moeves führte zwei Initiativen ein, die den öffentlichen Personennahverkehr und die nachhaltige Mobilität integrieren:

  • Fahrradverleih: Ein verantwortungsvolles Fahrradverleihmodell, bei dem das Eigentum weiterhin vom Unternehmen oder der Gemeinschaft definiert wird, was Vertrauen und Nachhaltigkeit fördert.
  • Slow Moeves: Muskulöse Oldtimer-Fahrräder, um das Stadtleben in einem langsameren, menschlichen Tempo wiederzuentdecken.
Turin | GTT – Gruppo Torinese Trasporti

GTT fördert die intermodale Mobilität:

  • Beförderung von Fahrrädern auf der Sassi-Superga-Straßenbahn mit Personenfahrkarte kostenlos.
  • AuToMove-Demonstration eines selbstfahrenden Shuttles: Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadt Turin, GTT, der Technischen Hochschule Turin, der Universität Turin, der Links Foundation und Piemonte Innova. Der selbstfahrende Shuttle ist ein Elektrofahrzeug, das dank der Möglichkeit, Informationen über Verkehrsbedingungen oder andere wichtige Ereignisse direkt von der Straßeninfrastruktur zu erhalten, sicher auf der Straße fahren kann.
Rom | Roma Servizi per la Mobilità

In Rom wurden 100 Veranstaltungen in der ganzen Stadt organisiert, um sichere, zugängliche und nachhaltige Mobilität zu fördern:

  • „Rom im Wandel – Die mögliche Stadt“: Fotoausstellung, die vergangene Straßen voller Autos mit den heutigen autofreien Räumen kontrastiert.
  • #RomaGiocaSostenibile – UPPER-Projekt: Konferenz über Mobilität als Recht.
  • „Il Campione e la Zanzara“: Reisen mit dem Fahrradtheater, das Kunst, Kultur und nachhaltige Mobilität verbindet.

Warum es wichtig ist

All diese Maßnahmen erzählen eine Geschichte: Ohne öffentlichen Personennahverkehr kommen unsere Städte und Regionen nicht voran. Die Bekämpfung von Transportarmut bedeutet, in erschwingliche, zugängliche und attraktive Netze zu investieren, denn Mobilität ist kein Privileg, sondern ein Recht.

Über 70 Geschäftsführer unterzeichneten den UITP-Aufruf und erinnerten die Entscheidungsträger daran: Die Unterstützung des öffentlichen Personennahverkehrs bedeutet, Menschen zu unterstützen.  (Erzählen Sie uns Ihre Meinung und beteiligen Sie sich an dem Aufruf hier).

Die Europäische Mobilitätswoche 2025 zeigte die Kreativität und das Engagement der UITP-Mitglieder, um diese Botschaft zum Leben zu erwecken. Die Herausforderung ist klar: Machen Sie jede Woche zur Mobilitätswoche und stellen Sie sicher, dass niemand beim Bewegen in seiner Stadt zurückbleibt.