Innovative Lösungen

Staus in MENA bekämpfen

Die Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) ist bekannt für ITS geschäftige Städte und schnell urbanisierende Bevölkerungen, steht aber vor der großen Herausforderung der Staus.

Laut Kamal ElSoueni von Rabbit Mobilität, einem Verkehrsbetrieb für Mikromobilität mit Sitz in Kairo, entspricht die Zeit, die Ägypter im Verkehr verbringen, einem Verlust von 12% des potenziellen Einkommens.

Mit dem Ausklappen urbaner Gebiete wird die Notwendigkeit effektiver und nachhaltiger Staulösungen immer wichtiger: Um dies zu lösen und MENA voranzubringen, stechen zwei Dinge hervor: Bus Rapid Transit (BRT) und Elektrobusse.

Was ist BRT?

Bus Rapid Transit (BRT) Systeme bestehen aus großen Bussen, die auf speziellen Spuren fahren und an genau definierten Bahnhöfen halten.

Welche Vorteile haben Elektrobusse?

Elektrobusse produzieren keine Emissionen am Endrohr und sind leise, was die Gesundheit und Lebensqualität in städtischen Zentren verbessert.

Warum BRT?

BRT-Systeme bieten dank ihrer speziellen Fahrspuren und Infrastruktur einen effizienten Service und haben den öffentlichen Personennahverkehr in Städten weltweit revolutioniert.

In Bogotá, Kolumbien, beispielsweise haben BRT-Busse eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 26 km/h und sind damit 10 km/h schneller als der durchschnittliche Stadtbus.

Die Aufmerksamkeit wächst jedoch, da Verkehrsbetriebe und Behörden erkennen, dass BRT eine Chance bietet, den Stadtverkehr zu rationalisieren, Verspätungen zu verringern und das Fahrgasterlebnis insgesamt zu verbessern.

Einer der wichtigsten Vorteile von BRT besteht darin, dass BRT für Städte ohne großen bestehenden Schienenverkehr oder U-Bahn eine schneller umzusetzende Staulösung sein kann und tatsächlich eine wirksame Alternative zum privaten Auto darstellt.

Angesichts der chronischen Verkehrsüberlastung in vielen MENA Städten würde der Betrieb von Standard Bussen bei gemischten Verkehrsverhältnissen zu einer deutlichen Reduzierung des Serviceniveaus führen und den Fahrgästen nicht nützen, weshalb BRT-Systeme eine robuste Lösung bieten können.

Darüber hinaus birgt BRT großes Potenzial in Sachen Sicherheit und Inklusion.

Eine Studie hat ergeben, dass fast die Hälfte der Frauen in Jordanien ein Stellenangebot abgelehnt hat, weil der öffentliche Personennahverkehr entweder nicht verfügbar oder schlecht angebunden ist. Kurz gesagt, die Verbesserung der Barrierefreiheit führt zu Gerechtigkeit.

Bei der Weiterentwicklung der BRT koordiniert UITP das Projekt eBRT2030, das die weltweite Einführung von BRT-Systemen untersucht und vorantreibt.

eBRT2030 arbeitet mit öffentlichen Verkehrsbetrieben weltweit zusammen, so umfasst die Nutzergruppe „Future eBRT Cities“ des Projekts unter anderem Amman, Jordanien sowie Dakar, Senegal und Montevideo, Uruguay.

Warum Elektrobusse?

BloombergNEF schätzt, dass Elektrobusse bis 2032 einen weltweiten Marktanteil von 50 % erreichen und alle anderen Arten von elektrifizierten Fahrzeugen überholen werden.

Diese Busse sind nicht nur umweltfreundlich, reduzieren Treibhausgasemissionen und Umweltverschmutzung, sondern bieten auch betriebliche Effizienz, wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht.

Der Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Personennahverkehr von MENA kann ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein.

Erfolgsgeschichten von BRT in MENA

Beispiele aus der Praxis

BRT-Systeme erhalten in der Region MENA neue Aufmerksamkeit, insbesondere in Amman, Jordanien, wie im UITP Transportbericht 2021 hervorgehoben wird. Amman verfügt über eines der größten BRT-Netze der Region mit einer Länge von rund 17 km.

MEHR noch: Amman hat mit 331 Millionen Fahrgästen jährlich die höchste Bus-Fahrt in der Region MENA, was dem Niveau in Berlin entspricht.

Der Aufbau eines BRT-Netzes ist also nur ein Teil des Puzzles, denn BRT und Elektrobusse sind am besten geeignet, wenn sie Teil einer umfassenderen Strategie und eines integrierten öffentlichen Personennahverkehrs sind.

In Amman wurde 2010 der Masterplan Beförderung und Mobilität auf den Weg gebracht, der vorsieht, den Anteil öffentlicher Personennahverkehr bis 2025 von 13 % auf 40 % zu erhöhen.

Im Juli 2021 ging das BRT schließlich an den Start und zog täglich durchschnittlich 10.000 Fahrgäste an.

Dieses Ziel erfordert jedoch Investitionen, nämlich die Umleitung und Umleitung des Verkehrs, beispielsweise durch den Bau von Tunneln und Brücken, sowie die Durchsetzung von Bußgeldern und Verkehrsgesetzen, um eine korrekte Verkehrstrennung zu gewährleisten.

Dieses Pionierprojekt in der Region kann als passende Fallstudie für andere Behörden und Betreiber verwendet werden, die die Einführung von BRT-Systemen in der MENA Region planen.

Tatsächlich haben viele Städte in MENA Ländern laufende BRT-Projekte: