Null Emissionen: Mehr als nur eine Schlagzeile

27. Oktober 2023

San Francisco ist einzigartig. Der öffentliche Nahverkehr und die Straßen der Stadt werden von derselben Behörde verwaltet. Das macht sie zu einer der führenden Städte in Nordamerika, wenn es um ein multimodalen Netzwerk geht.

Da es keinen besseren Ort gibt, um über nachhaltige urbane Mobilität zu sprechen – nämlich wie man Flotten mit emissionsfreien Bussen einführen kann.

Die nordamerikanischen Mitglieder der UITP kamen in der Stadt bei SFMTA zusammen, um über die Dekarbonisierung von Bussen zu sprechen. Auf der Veranstaltung hielt der Generalsekretär/Generalsekretärin der UITP, Mohamed Mezghani, eine Grundsatzrede, um die Gespräche über eine der wichtigsten Transformationen des öffentlichen Personennahverkehrs zu eröffnen.

Dieser Übergang erfolgt zu einem schwierigen Zeitpunkt für den öffentlichen Personennahverkehr, da sich der Sektor von den Auswirkungen der Pandemie noch nicht vollständig erholt hat. Während die Fahrgastzahlen in Europa und Asien nahe oder über den Vorkrisenniveaus von 100 % liegen, liegen sie in Amerika bei etwa 70–80 %.

„Der öffentliche Personennahverkehr muss sich mit wichtigen Herausforderungen auseinandersetzen, von der Klimakrise, Inflation, Finanzkrise, Arbeitsmarktdruck und Energieunterbrechungen aufgrund des Krieges in der Ukraine. Es besteht dringender Handlungsbedarf.rnrnIn diesem Zusammenhang haben wir bei der UITP fünf Hauptprioritäten identifiziert.“
Mohamed Mezghani
UITP-Generalsekretär

#1 Dekarbonisierung: Die Klimakrise ist nicht neu, aber sie wird immer kritischer.

Wenn es um die Reduzierung von Emissionen geht, ist San Francisco ein vorbildliches Beispiel. Da die Stadt an der Küste liegt, hat sie das Glück, Zugang zu Wasserkraft zu haben, die ihre Busse, Trolleybusse und Schienenfahrzeuge antreibt. Folglich nutzt 80 % der Flotte von San Francisco saubere Energie.

Diese Arten des öffentlichen Personennahverkehrs sind attraktiver in der Nutzung und bewirken somit einen Verkehrsträgerwechsel, da das BRT-Netz dafür sorgt, dass die Busse nicht im Verkehr stecken bleiben.

#2 Digitalisierung: Ein notwendiger Übergang

Die Digitalisierung ist notwendig, um den Betrieb effizienter und zuverlässiger zu gestalten. Als Bonus kann sie die Wartung einfacher und proaktiver gestalten. Aus Sicht eines Fahrgasts, verbessert die Beziehung zu den Kunden, indem es ihnen wertvolle Dienstleistungen wie Echtzeit-Updates bietet. Dies macht den öffentlichen Personennahverkehr zugänglicher und einfacher zu nutzen.

Die digitale Wende bringt jedoch die neue Herausforderung der Cybersicherheit mit sich – etwas, das für viele Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs neu ist.

#3 Personalmangel: Ein globaler Trend

Der öffentliche Personennahverkehr steht mitten in einem Personalmangel. Dies ist etwas, das der Sektor beheben kann, da Betreiber auf ein starkes Arbeitgeber-Branding setzen und eine großartige Quelle für lokale Arbeitsplätze sein können.

Um dies zu erreichen, muss der Sektor sich auf die Vielfalt des Personals konzentrieren, insbesondere im Hinblick auf Frauen. In Europa beispielsweise machen zwar 66 % der Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs Frauen aus, aber sie machen nur 25 % der Belegschaft aus.

#4 Geschäftsmodell: Steigende Kosten unterstreichen die Notwendigkeit eines neuen Modells

Der Finanzierungsdruck kommt von zwei Seiten – während die Investitions- und Betriebskosten steigen, gibt es auch politischen Druck, die Fahrpreise zu senken und den öffentlichen Personennahverkehr sogar kostenlos zu machen.

Das ist der falsche Ansatz. Was Städte und Gemeinden tatsächlich brauchen, ist nicht günstiger öffentlicher Personennahverkehr, sondern mehr und besserer öffentlicher Personennahverkehr. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, gibt es Bestrebungen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie die Einführung von Staugebühren zu finden.

#5 Integration in die neue Mobilität: Kombinierte Mobilität ist der Schlüssel

Heute haben Passagiere Zugang zu einer Vielzahl von Mobilitätsoptionen. Um daraus ein kohärentes Netzwerk zu schaffen, ist es wichtig, sie zu integrieren. Das bedeutet, öffentlicher Personennahverkehr muss neu definiert werden. Das Netzwerk sollte unter dem Gesichtspunkt von Tür-zu-Tür- und Bahnhof-zu-Bahnhof-Reisen betrachtet werden, um die Mobilität zugänglicher zu machen.

Um dem Sektor bei der Erreichung dieses Ziels zu helfen, lädt die UITP wichtige Akteure der geteilten Mobilität ein, an einer neuen Abteilung für geteilte Mobilität teilzunehmen.

UITP unterstützt den nordamerikanischen Massenverkehr: Eine gemeinsame Anstrengung

Nordamerika ist die am schnellsten wachsende Region der UITP.

Obwohl es wichtig ist, Kenntnisse und Interessenvertretungsaktivitäten zu entwickeln, die den lokalen Kontext berücksichtigen, sind die Herausforderungen, denen sich der öffentliche Personennahverkehr gegenübersieht, globale Herausforderungen.

Und dies zeigt die Bedeutung des Austauschs und des Lernens aus Wissen auf der ganzen Welt. Wir sind glücklich und stolz darauf, dies mit unseren 1900 Mitgliedern weltweit zu ermöglichen.

Unsere Städte benötigen mehr öffentlicher Personennahverkehr, weil Bürger eine bessere Lebensqualität verdienen. Und das ist unser letztendliches Ziel: zu Verbesserung des Wohlbefindens der Menschen.

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