Vorbereitung auf die Klimakrise

2023 war weltweit das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko für Katastrophen und Störungen – Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände, Erdbeben, Hurrikane und vieles mehr. In allen Notfällen kommt dem ÖPNV eine Schlüsselrolle zu.

In jedem Jahr befördern die Betreiber des öffentlicher Personennahverkehr weltweit über 4 Milliarden Menschen .

Das sind viele Menschen, die nicht nur darauf vertrauen, dass sie an ihren Zielort gebracht werden, sondern auch, dass sie während ihrer Reise sicher sind.

Im Webinar der UITP Asia-Pacific zum Thema „Öffentlicher Verkehr in Krisenzeiten und Friedenszeiten“ wurden Erkenntnisse zur Klimaresilienz und Risikominderung ausgetauscht.

4 Beispiele für Notfallvorsorge

Prasarana Berhard Malaysia

Noraina Mustapha von Prasarana Bernhard Malaysia zeigte, wie sich eines der größten öffentlicher Personennahverkehr Verkehrsunternehmen Malaysias auf Notfälle vorbereitet.

Sie skizzierte drei entscheidende Elemente der Notfallvorsorge zur Minderung der Auswirkungen von Katastrophen: Zugänglichkeit, Unterstützung durch die Gemeinschaft und schnelle Bewegung.

Im Detail bedeutet das, fünf Prioritäten zu erreichen:

  • Gewährleistung der Fahrgastsicherheit
  • Aufrechterhaltung der Servicekontinuität
  • Minimierung der wirtschaftlichen Auswirkungen
  • Infrastrukturanlagen schützen
  • Öffentliches Vertrauen aufbauen
BarrierefreiheitUnterstützung durch die GemeinschaftSchnelle Bewegung
Sichere Evakuierungswege gewährleistenFördert das Gemeinschaftsgefühl und die soziale UnterstützungErmöglicht die schnelle Bewegung großer Bevölkerungsgruppen, vermeidet Überfüllung und gewährleistet eine rechtzeitige Evakuierung.
„Eine unserer Hauptaufgaben in Notfällen ist die Evakuierung von Anwohnern aus betroffenen Gebieten.“ Um diese Evakuierungen durchführen zu können, mussten wir Risikomanagementpläne entwickeln.“
Noraina Mustapha
Leiterin Risiko, Governance und Compliance, Prasarana Berhard Malaysia

MRT Jakarta, Indonesien

MRT Jakarta nutzt Technologie und Daten, um die Geschäftskontinuität zu verbessern. Ihre Strategie umfasste die Entwicklung von Dateninstrumenten zur Früherkennung von Krisen.

Auf diese Weise kann MRT proaktiv statt reaktiv agieren. Mithilfe von Datenanalysetools und Risikobewertungen entnahm MRT Daten von einigen Schlüsselindikatoren ihres Katastrophenschutzsystems:

  • Regenmesser in allen höher gelegenen Stationen zur Messung der Niederschlagsintensität
  • Ein Anemometer zur Messung der Windgeschwindigkeit an der höchsten Station
  • Seismographen zur Vorhersage von Erdbeben, installiert in Umspannwerken
  • Wasserstandsanzeiger in Umspannwerken

Diese Daten sind entscheidend für die Planung ihrer Maßnahmen und Interventionen.

LTA, Singapur


In Singapur, wo die LTA täglich fast 4 Millionen Fahrgäste befördert, arbeiten Betreiber, Behörde und die gesamte Regierung zusammen, um die Klimaresilienz zu stärken.

Um beispielsweise auf Überschwemmungen vorbereitet zu sein, werden alle Bahnhofseingänge mindestens 1 m über dem Bodenniveau gebaut.

Dies geschieht zusätzlich zu den Barrieren an besonders gefährdeten Bahnhöfen sowie der Aufstellung von Sumpfpumpen und der Erbringung von ÖV-Dienstleistungen von Übungen und Schulungen zum Umgang mit Hochwasserereignissen.

„Unser Rahmenkonzept berücksichtigt, dass die Resilienz des öffentlicher Personennahverkehr nicht allein in der Verantwortung einzelner Akteure liegt, sondern ein gemeinsames Ziel ist, das von der Stärke und den Erkenntnissen verschiedener Interessengruppen profitiert.“
Zhuang Zhijian
Stellvertretender Direktor für Notfallvorsorge, LTA Singapur

MTA, New York City, Vereinigte Staaten

Die MTA trägt eine große Verantwortung für die Sicherheit des öffentlicher Personennahverkehr in ganz New York. Tatsächlich deckt die Behörde 75 % der Bevölkerung des Großraums New York ab, was insgesamt rund 7 Millionen Erwerbstätigen entspricht.

Porie Saikia, zuvor Senior Director für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit bei der MTA und heute Leiterin der Abteilung für nachhaltige Strategien bei der MACE Group, gab Einblicke in Situationen, in denen die Widerstandsfähigkeit New Yorks durch Ereignisse wie schwere Überschwemmungen und Stürme auf die Probe gestellt wurde.

Seit dem Schock des Supersturms Sandy im Jahr 2012, der sogar neu gebaute Bahnhöfe überflutete und improvisierte Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich machte, hat die Stadt entlang der Küste und um wichtige Infrastrukturen wie Lüftungsanlagen herum Mauern und Barrieren errichtet.

Diese Vorbereitung erfordert sowohl große als auch kleine Maßnahmen, wie zum Beispiel die Bereitstellung von Notfallbatterien und wasserfesten Tunnelbeleuchtungskabeln.

Die Pandemie und der darauf folgende Einbruch der Fahrgastzahlen stellten eine weitere Krise dar, für die die MTA schnell Lösungen finden musste.

„Eines der Dinge, für die wir durch UITP dankbar waren, war die Möglichkeit, mit anderen Organisationen in Kontakt zu treten, die sich in der gleichen Situation befanden, und wir haben von ihnen gelernt.“
Porie Saikia FAIA, FCIOB, RIBA
Leiter Nachhaltigkeitsstrategien, MACE-Gruppe

Im Anschluss an das Webinar hielt Jaspal Singh, Senior Director des UITP , eine Eröffnungsrede, in der er darauf hinwies, dass das UITP im Oktober 2024 sein erstes Trainingsprogramm zu Resilienz und Klimaauswirkungen in New Jersey, USA, starten wird.

„Im ÖPNV unterstützen wir uns alle gegenseitig, um Wissen auszutauschen und voneinander zu lernen, um bessere Städte für zukünftige Generationen zu bauen.“
Jaspal Singh
Senior Director Global Growth & Membership, UITP